Ich hörte einmal einen Satz, der mir geblieben ist : „Ehrlich ist nicht der, der alles sagt, was er meint, sondern der, der alles meint, was er sagt“ (ich weiss den Wortlaut nicht mehr, aber das war der Sinn).
Diese Ehrlichkeit im Umgang mit anderen gehört für mich zu den Wahren Lebenswerten und auch zum Weg ins Neue, denn es erfordert einen Bruch mit alten Gewohnheiten und Bräuchen, mit dem, was andere auch als ganz normal erwarten.
Zum Beispiel: wenn jemand mir sagt, dass er krank ist oder dass ihm etwas Schweres passiert ist, ist die erste „normale“, schon fast automatische Reaktion zu sagen: „es tut mir leid“. Aber es ist nicht ehrlich, es geht dabei ja nicht um mich und ausserdem kann es mir nicht leid tun, wenn ich weiss, dass alles, was einem widerfährt, als Folge der Schöpfungsgesetze nicht nur gerecht, sondern auch unbedingt notwendig zur Erfahrung oder Karmaablösung.
Also sage ich das nicht mehr, sage dafür lieber, dass ich dem anderen viel Kraft wünsche. Solche gesellschaftskonformen Sätze kommen im Alltag so oft vor, dass es viel Wachsamkeit kostet, diese aufzuspüren und bewusst davon Abstand zu nehmen.
Bewusst zu sprechen: keine leeren Floskeln, keine Anpassung um der Anpassung willen, sondern Worte, die wirklich aus der eigenen Überzeugung kommen. Das spricht mich an, da es mich gerade sehr beschäftigt. Wenn es mir gelingt, bemerke ich im Alltag, dass das Gespräch sich natürlich verändert. Es wird (meistens) „echter“ in der Begegnung. Es verlangt innere Wachheit und auch den Mut evtl. von gesellschaftlichen Denk- und Verhaltensmustern abzuweichen. Und ja, das ist auch Der Weg ins Neue.
Dies ist wieder einmal eine interessante Beobachtung von Frau Weisskopf. Man könnte aus mehreren Perspektiven reagieren. Ich greife eine davon auf.
Ich arbeite mit älteren Menschen. Und da es gewissermaßen verwurzelt ist, dass Alter gleich Krankheit ist, betrachten sie diese als eine Notwendigkeit, die zu ihrem Alter gehört. Ich lerne, hier die richtige Haltung einzunehmen. Zuerst musste ich akzeptieren, dass man nur dann bereit ist, weitere Antworten zu erhalten, wenn man sich weiterhin Fragen stellt. Doch wenn die Frage kommt, muss man die Gelegenheit ergreifen. Und dann können wir, oft auch mit Humor, mit dem Klienten einen wunderschönen, wie ich es nenne, „Dialog auf Fortsetzung“ führen, in dem jede der beteiligten Parteien die Möglichkeit zum Wachstum erhält. Die Grundlage bei diesem Thema ist jedoch nicht primär, nach einer Methode zur Unterdrückung von Symptomen zu suchen, sondern die Frage, warum gerade ich mit dem jeweiligen Gesundheitsproblem konfrontiert bin. Und man muss es benennen können, die Wurzel samt ihrer möglichen Verästelungen suchen. Krankheit ist eine sichtbar gemachte Symbolik, die in uns keine Resonanz fand, solange sie nicht in Materie geformt wurde, sondern in unserer inneren Welt schwelte. Und so kam sie in einer Form, die nicht mehr ignoriert werden kann. Sie zwingt den Menschen zu reagieren und zu überdenken. Sie zwingt ihn zu einer notwendigen Haltungsänderung. Sie zwingt ihn zum Handeln. Wer sich dem öffnet, hat dann kein Problem, sie als Geschenk zu akzeptieren. Und ein solcher Mensch hat ihren Wert verstanden. Es gibt so viele Beweise dafür, was die wahren Ursachen von Krankheiten sind, dass, wer anfängt zu suchen, sie einfach finden muss.